Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Nachlass- und Vormundschaftssachen

Allgemeines

Die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Nachlass- und Vormundschaftssachen bietet Versicherungsschutz für in Inanspruchnahme wegen fahrlässiger Verletzung Ihrer Sorgfaltspflicht aus Ihrer Tätigkeit als Berufsbetreuer und Betreuungsverein, Verfahrens- und Nachlasspflegern sowie Testamentsvollstreckern.


Besonderheiten

Für Betreuungsvereine besteht eine gesetzliche Versicherungspflicht § 1908f BGB. Da es keine gesetzliche Regelung zur Höhe Pflichtversicherungssumme gibt, beträgt diese gemäß § 114 Absatz 1 VVG mindestens 250.000 EUR je Versicherungsfall und 1 Mio. EUR für alle Versicherungsfälle eines Versicherungsjahres.


Mitversicherung von Rechtsdienstleistungen

Seit dem Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes zum 1.7.2008 wird seitens des Gesetzgebers die Zulässigkeit der außergerichtlichen Rechtsberatung anerkannt, sofern diese als Nebendienstleistung erbracht wird. In der Vermögensschaden-Haftpflicht ist diese bei Dienstleistung ohne Beitragzuschlag bereits mitversichert. ert.


Beispiel

Der Mitarbeiter der Abteilung Einkauf, Herr X, ordert vor seinem 2-wöchigen Urlaub eine Lieferung von 200 Laptops. Leider vergisst er bei der Urlaubsübergabe seinen Kollegen, Herrn Y, darüber zu informieren, dass die Bestellung bereits getätigt wurde. Herr Y bestellt in der Zwischenzeit weitere 200 Laptops. Das versehen fällt rechtzeitig auf und die zweite Lieferung kann storniert werden. Es fallen jedoch Stornokosten in Höhe von 3.000 € an.


Mitversicherung von Rechtsdienstleistungen

Seit dem Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes zum 1.7.2008 wird seitens des Gesetzgebers die Zulässigkeit der außergerichtlichen Rechtsberatung anerkannt, sofern diese als Nebendienstleistung erbracht wird. In der Vermögensschaden-Haftpflicht ist diese bei Dienstleistung ohne Beitragzuschlag bereits mitversichert.


Besondere Leistungsmerkmale

Die unten stehenden Leistungserweiterungen, werden derzeit nur von einem Versicherer angeboten.

  • Offene Deckung

  • Für den Kunden heißt das: Die Deckung wird auf die im Antrag stehende Berufsbezeichnung/Tätigkeit bzw. auch auf eine Kombination verschiedener Tätigkeiten abgestellt. Eine abschließende Beschreibung des Versicherungsschutzes entfällt. Damit sind auch Veränderungen und Aufnahmen von Tätigkeiten des Kunden während der Vertragslaufzeit automatisch mitversichert. Ausgenommen vom Versicherungsschutz sind Pflichtversicherungen wie z.B. Berufshaftpflicht für Rechtsanwälte, Steuerberater, Versicherungsvermittler.


  • Eigenschaden-Deckung

  • Im Gegensatz zur Drittschaden-Deckung, sichert die Eigenschadendeckung Vermögensschäden ab, die dem Versicherungsnehmer durch einen Mitarbeiterfehler selbst entstehen. Mögliche Konflikte mit Mitarbeitern werden dadurch im Vorfeld schon vermieden. Die Eigenschaden-Deckung ist bei einigen Betriebsarten bereits Bestandteil des Versicherungsschutzes wie z.B. Werbeagenturen.


    Schadenbeispiele

    Betreuer, Beistand, Verfahrenspfleger, Vormund

  • Verjährenlassen von Forderungen
  • Vereinbarung eines ungünstigen Unterhaltsvergleichs
  • Verzögerte Vollstreckung eines Unterhaltsurteils
  • Unterlassen der Rentenantragstellung
  • Berechnungsfehler bzgl. Abfindungen

  • Testamentsvollstrecker, Nachlasspfleger, Nachlassverwalter

  • Nichtbeachtung von Abtretungen / Pfändungen
  • Verursachung vonvermeidbaren Kosten
  • Unzureichende Sicherung des Nachlasses
  • Versehen bei der Ermittlung von Erben
  • Verjährenlassen von Nachlassforderungen